Definition
Die Psychologie kennt den psychophysischen Parallelismus - das Zusammenwirken von Körper und Psyche (z. B. psychosomatische Erkrankungen). Frankl fügte dem den noopsychischen Antagonismus hinzu: Die geistige Dimension (nous) kann sich dem Psychischen - wie Angst, Stimmung oder Trieb - entgegenstellen.
Dies ist der "Widerstand des Geistes", auch bekannt als Trotzmacht des Geistes.
Bedeutung für die Therapie
Ohne diesen Antagonismus wäre Psychotherapie nicht möglich - dies gilt auch bei Angststörungen, Depressionen oder gar Psychosen. In diesem Raum wirken die Techniken der paradoxen Intention und der Dereflexion.
Beispiel
Ein Mensch in tiefer Trauer, der von Verwandten und Bekannten "von Hand zu Hand" weitergereicht wird, sagt an einem Punkt: "Jeder hat seinen Platz - ich gehe zurück in mein Zuhause." Dies ist der Moment, in dem sich der Widerstand des Geistes meldet und die Wandlung beginnt.
Quellen
V. E. Frankl, Homo patiens; Ärztliche Seelsorge; Viktor Frankl Institut Wien - biografia.