Worin sie besteht
Paradoxe Intention ist eine der bekanntesten Techniken der Logotherapie und Existenzanalyse, die von Frankl bereits 1939 beschrieben wurde. Der Patient soll genau das, wovor er sich fürchtet, beabsichtigen oder sich sogar wünschen - und zwar in einer übertriebenen, humorvollen Form.
Warum sie funktioniert
Die Erwartungsangst bewirkt genau das, was wir fürchten (siehe Hyperintention). Wenn anstelle der Angst ein paradoxer Wunsch tritt, wird der Teufelskreis durchbrochen. Die Technik stützt sich auf die Fähigkeit zur Selbstdistanzierung und auf den Humor.
Beispiele
- Schlaflosigkeit: Statt um den Schlaf zu kämpfen, beschließt der Patient, heute so lange wie möglich wach zu bleiben - und schläft gewöhnlich schnell ein.
- Schwitzen: Ein Patient, der fürchtet, vor anderen zu schwitzen, nimmt sich vor: „Ich werde ihnen zeigen, wie gut ich schwitzen kann - heute schwitze ich mindestens einen Liter!“
- Angst vor einem Herzinfarkt: „Soll mich doch heute der Herzinfarkt treffen, am besten gleich dreimal!“
Indikationen und Grenzen
Sie wird hauptsächlich bei Erwartungsangst, Phobien, Zwängen, Stottern und Schlafstörungen angewandt. Sie ist keine Technik für Fälle von Suizidalität oder schwerer Depression. Verwandte Ansätze erschienen später in der Verhaltenstherapie (sogenannte Exposition und paradoxe Strategien).
Quellen
V. E. Frankl, Theorie und Therapie der Neurosen; Wikipedia: Logotherapie.