Definition
Das existenzielles Vakuum ist ein Zustand innerer Leere, in dem der Mensch nicht weiß, was er will, weil er keinen Sinn sieht. Es äußert sich vor allem durch Langeweile und Apatie.
Ursprung
Frankl erklärte es durch einen zweifachen Verlust:
- Der Mensch hat einen Teil der Instinkte verloren, die dem Tier sagen, was es zu tun hat,
- und heute verliert er zudem die Traditionen, die ihm sagten, was er tun sollte.
Infolgedessen tut er das, was andere tun (Konformismus), oder das, was andere ihm befehlen (Totalitarismus).
Masken des Vakuums
Das Vakuum zeigt sich selten direkt. Oft verbirgt es sich hinter:
- dem Streben nach Vergnügen, Geld und Macht,
- Arbeitssucht,
- Sonntagsneurose,
- der sogenannten neurotischen Trias: Depression, Aggression, Sucht.
Das Vakuum ist keine Krankheit
Das Vakuum selbst ist keine Neurose - es ist eine menschliche, ja sogar von Reife zeugende Frage nach dem Sinn. Es kann jedoch zu einer noogenen Neurose führen.
Quellen
V. E. Frankl, Trotzdem Ja zum Leben sagen; Der Wille zum Sinn.