Bei Frankl
Den Begriff Existenzanalyse führte Frankl 1939 in seinem Artikel „Philosophie und Psychotherapie“ ein. Er unterschied dabei zwischen:
- Logotherapie - der therapeutischen Praxis, der Hilfe bei der Sinnfindung,
- Existenzanalyse - der anthropologischen Grundlage dieser Praxis, der Beschreibung des Menschen als ein freies und verantwortliches Wesen.
Kurz gesagt: Die Existenzanalyse hilft dem Menschen, sich bewusst zu machen, dass er verantwortlich ist - für sein Leben und für die Antwort, die er auf die Fragen des Lebens gibt.
Die Schule von Alfried Längle
In den 1980er Jahren war Alfried Längle, ein Schüler Frankls, Mitbegründer der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE) in Wien. Im Laufe der Zeit entwickelte er eine eigene Methode, die einen stärkeren Fokus auf Emotionen und die sogenannten vier fundamentalen Motivationen legt. Frankl distanzierte sich von dieser Richtung, da er sie als Abkehr von seinem Verständnis von Sinn und vom Menschen betrachtete. Daher kann der Begriff „Existenzanalyse“ heute sowohl einen Teilbereich von Frankls Lehre als auch die eigenständige Schule von Längle bezeichnen.
Quellen
Viktor Frankl Institut Wien - biografia (1939, 1985); existenzanalyse.org; Wikipedia: Logotherapy.