Pathogenese und Pathoplastizität
- Pathogenese beschreibt, wie ein Problem entsteht - seine biologischen, psychischen und sozialen Ursachen.
- Pathoplastizität beschreibt, wie ein Mensch seine Einstellung zu dem Problem gestaltet: was er mit der Angst, der Depression oder der Krankheit macht und wie er das, was ihn bricht, verringern kann.
Dieser Begriff wurde insbesondere durch Elisabeth Lukas populär gemacht. Er klingt zwar nicht schön, trifft aber den Kern der Logotherapie - das Stück menschlicher Freiheit gegenüber dem eigenen „Ballast“.
Wechselseitige Diagnose
Der Logotherapeut führt die Diagnose zweigleisig: Neben der Erkennung der Ursachen sucht er nach Ressourcen und dem Raum, in dem der Patient eine Einstellung beziehen kann.
Drei Quellen der Probleme
Gemäß der dimensionalen Ontologie kann ein Problem seinen Ursprung haben in:
| Quelle | Beispiel | Rolle der Therapie |
|---|---|---|
| somatogen | körperliche Krankheit | Psychotherapie als Ergänzung der Behandlung |
| psychogen | psychischer Konflikt, Neurose | Psychotherapie als Methode der Wahl |
| noogen | Sinnkrise, Wertkonflikt | besonders indizierte Logotherapie |
Vgl. noogene Neurose.
Quellen
E. Lukas, H. Schönfeld, Psychoterapia z godnością (Psychotherapie mit Würde); E. Lukas, Arbeiten zur logotherapeutischen Praxis; V. E. Frankl, Homo patiens.